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Gartenhaus Fundament: Kein Pfusch. Nur Handwerk.

Gartenhaus Fundament: Kein Pfusch. Nur Handwerk.

Hören Sie genau zu: Ein Gartenhaus ist kein Spielzeug. Es ist ein Bauwerk. Und jedes Bauwerk braucht ein Fundament, das seinen Namen verdient. Wer hier spart oder gar „mal eben schnell“ etwas zusammenpfuscht, wird es bereuen. Spätestens, wenn das Holz verzieht, Feuchtigkeit aufsteigt oder das ganze Konstrukt schief steht. Wir reden hier nicht von Kompromissen. Wir reden von Handwerk. Von Langlebigkeit. Von DIN-Normen.

Warum ein Fundament? Ganz einfach: Stabilität und Schutz.

Ihr Gartenhaus muss auf festem Grund stehen. Ohne Wenn und Aber. Ein korrekt ausgeführtes Fundament schützt vor:

  • Bodenfeuchtigkeit und aufsteigender Nässe (Kapillarität).
  • Frostschäden (Heben und Senken des Bodens).
  • Schädlingen, die sich sonst unter dem Haus einnisten.
  • Verziehen der Holzkonstruktion durch ungleichmäßige Lastverteilung.

Wer das ignoriert, hat schon verloren. Das ist keine Empfehlung, das ist eine Vorgabe.

Die Wahl des richtigen Fundaments: Bodenplatte ist die Regel.

Für die meisten Gartenhäuser, besonders die aus Holz, empfehle ich eine durchgehende Betonbodenplatte. Sie bietet die beste Lastverteilung, den besten Schutz und die höchste Stabilität. Punktfundamente oder Streifenfundamente können unter bestimmten, sehr spezifischen Umständen genügen, aber für den ambitionierten Heimwerker, der es richtig machen will, ist die Bodenplatte die erste Wahl. Alles andere ist ein Risiko.

Werkzeuge und Materialien: Sparen Sie nicht am falschen Ende.

Bevor Sie überhaupt anfangen, stellen Sie sicher, dass Sie alles Notwendige beisammenhaben. Qualitätswerkzeuge sind keine Luxus, sie sind eine Notwendigkeit. Und ja, auch die Materialien müssen stimmen. Baumärkte wie Obi oder Hornbach haben das meiste vorrätig, aber prüfen Sie die Qualität.

Benötigte Materialien und Werkzeuge
Kategorie Artikel Zweck
Vermessung Schnüre, Holzpflöcke, Zollstock, Wasserwaage (lang!), Richtscheit Exaktes Abstecken und Ausrichten
Ausschachten Spaten, Schaufel, Spitzhacke, Schubkarre Erdarbeiten, Aushub transportieren
Unterbau Schotter (Körnung 0/32 oder 0/45), Rüttelplatte Frostschutzschicht, Verdichtung
Einschalen Schalbretter (min. 24 mm stark), Holzpfosten, Schrauben/Nägel, Richtlatte Form für den Beton
Bewehrung Baustahlmatten (z.B. Q188A), Abstandhalter, Bindedraht, Monierzange Zugfestigkeit des Betons
Betonieren Zement (Portlandzement CEM I 32,5 R), Sand (0/8), Kies (8/16), Wasser, Betonmischer (oder Fertigbeton), Maurerkelle, Abziehlatte Fundament erstellen
Abdichtung Bitumenanstrich, Bitumenbahn (mind. V60 S4), PE-Folie (mind. 0,2 mm stark), Perimeterdämmplatten (XPS) Schutz vor Feuchtigkeit und Kälte

Schritt für Schritt zum DIN-gerechten Fundament: So wird’s gemacht.

1. Planung und Abstecken: Präzision ist keine Option.

Nehmen Sie sich Zeit. Überprüfen Sie die Maße Ihres Gartenhauses. Addieren Sie auf jeder Seite etwa 10-20 cm als Überstand für das Fundament. Stecken Sie die Fläche exakt mit Schnüren und Holzpflöcken ab. Kontrollieren Sie die Diagonalen – diese müssen identisch sein, sonst ist Ihr Fundament schief. Ein Winkelmesser hilft hier enorm. DIN 18202 ist hier Ihr Freund.

2. Ausschachten: Tiefe ist entscheidend.

Heben Sie die Grube aus. Die Tiefe hängt von der Frosttiefe in Ihrer Region ab, aber 80 cm sind in Deutschland ein Richtwert für frostfreie Gründung. Das heißt: 80 cm tief muss der Boden unter der späteren Fundamentoberkante ausgehoben werden. Nur so schützen Sie vor Frostschäden. Verdichten Sie die Grubensohle.

3. Frostschutzschicht einbringen: Ohne das geht nichts.

Auf die verdichtete Grubensohle kommt eine Schicht aus Schotter oder Mineralgemisch (ca. 20-30 cm). Diese Schicht ist Ihre Drainage und Ihr Frostschutz. Sie muss lagenweise eingebracht und penibelst mit einer Rüttelplatte verdichtet werden. Jede Lage! Das ist harte Arbeit, aber unumgänglich.

4. Einschalen: Die Form muss halten.

Bauen Sie eine stabile Schalung aus Holzbrettern. Diese muss dem Druck des flüssigen Betons standhalten. Verankern Sie die Schalung fest im Boden. Die Oberkante der Schalung markiert die Oberkante Ihres Fundaments. Prüfen Sie mit der Wasserwaage und dem Richtscheit, dass alles absolut waagerecht ist. Jede Abweichung rächt sich später.

5. Bewehrung einlegen: Beton allein ist nicht genug.

Beton ist druckfest, aber nicht zugfest. Deshalb brauchen wir Stahl. Legen Sie Baustahlmatten (z.B. Q188A) ein. Achten Sie auf eine ausreichende Betonüberdeckung (min. 3 cm zu allen Seiten), damit der Stahl nicht rostet. Verwenden Sie Abstandhalter aus Kunststoff oder Beton, um die Matten korrekt zu positionieren. Die Matten müssen verbunden sein und dürfen die Schalung nicht berühren.

6. Betonieren: Jetzt wird es ernst.

Mischen Sie den Beton nach den Vorgaben des Zementherstellers oder verwenden Sie Transportbeton. Bei Transportbeton unbedingt die richtige Festigkeitsklasse (z.B. C20/25) bestellen. Gießen Sie den Beton schichtweise in die Schalung. Verdichten Sie den Beton gründlich mit einem Stampfer oder einem Rüttler, um Lufteinschlüsse zu vermeiden. Ziehen Sie die Oberfläche mit einer Abziehlatte glatt und eben ab.

7. Aushärten und Nachbehandlung: Geduld ist eine Tugend.

Der Beton muss langsam und gleichmäßig aushärten. Schützen Sie die Oberfläche vor direkter Sonneneinstrahlung, Regen und Frost. Halten Sie den Beton in den ersten Tagen feucht, indem Sie ihn mit Folie abdecken oder regelmäßig wässern. Die volle Endfestigkeit erreicht Beton erst nach 28 Tagen, aber die Schalung können Sie je nach Witterung und Betonart nach einigen Tagen entfernen (im Sommer nach 2-3 Tagen, im Winter länger).

8. Abdichtung und Dämmung: Der finale Schutzschild.

Nach dem Aushärten kommt der Schutz vor Feuchtigkeit und Kälte. Streichen Sie die Oberseite des Fundaments mit Bitumen vor. Dann legen Sie eine Bitumenbahn (z.B. V60 S4) vollflächig auf, die als erste horizontale Sperre dient. Darauf kommt eine PE-Folie (mind. 0,2 mm dick), die als Dampfbremse fungiert. Wenn Sie das Gartenhaus beheizen wollen oder es bewohnt sein soll, ist eine Perimeterdämmung unter der Bodenplatte oder auf der Bodenplatte (je nach Aufbau) mit XPS-Platten unerlässlich. Denken Sie an die Energieeinsparverordnung, falls zutreffend!

Experten-Tipp:

Vergessen Sie niemals die horizontale Feuchtigkeitssperre zwischen Fundament und Gartenhauswand. Eine Bitumenbahn ist hier Pflicht! Ohne diese zieht Feuchtigkeit direkt in die Holzkonstruktion, auch wenn das Fundament selbst trocken ist. Das ist einer der häufigsten und fatalsten Fehler beim Gartenhausbau. Keine Ausreden. Machen Sie es richtig.

Ein Fundament ist das Rückgrat Ihres Gartenhauses. Wer hier sauber, präzise und nach allen Regeln der Kunst arbeitet, hat Ruhe. Wer schlampt, hat Ärger. Das ist die Realität. Bauen Sie Ihr Fundament so, als ob es Ihr eigenes Haus tragen müsste. Nur dann ist es gut genug.

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