Eine Gartenlounge selbst zu bauen, ist kein Kinderspiel. Wer meint, hier schnell etwas zusammenzimmern zu können, wird am Ende nur Ärger haben. Pfusch am Bau dulde ich nicht. Wir bauen das richtig. Stabil. Langlebig. Nach den Regeln der Kunst.
1. Die Planung: Das A und O
Bevor Sie auch nur ein Brett in die Hand nehmen, wird geplant. Eine detaillierte Skizze mit allen Maßen ist Pflicht. Millimetergenau. Denken Sie an die Proportionen, die Sitzhöhe (typischerweise 40-45 cm inklusive Polster), die Sitztiefe und die Neigung der Rückenlehne. Berücksichtigen Sie den Platz, den die Lounge im Garten einnehmen wird. Eine sorgfältige Planung spart Zeit, Material und Nerven.
2. Materialwahl: Holz ist nicht gleich Holz
Verwenden Sie ausschließlich Holz, das für den Außenbereich geeignet ist. Keine Kompromisse. Douglasie, Lärche oder Robinie sind gute Wahlmöglichkeiten. Achten Sie auf eine entsprechende Holzfeuchte und die Sortierklasse. Fragen Sie bei Ihrem Holzfachhändler oder im Baumarkt (Obi, Hornbach) nach. Prüfen Sie die Bretter auf Risse, Äste und Verzug. Krummes Holz hat auf einer Baustelle nichts verloren.
- Douglasie: Dauerhaftigkeitsklasse 3-4. Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
- Lärche: Dauerhaftigkeitsklasse 3-4. Robust, aber neigt zum Harzen.
- Robinie: Dauerhaftigkeitsklasse 1-2. Sehr dauerhaft, aber teurer und schwerer zu bearbeiten.
Wichtig: Für die Unterkonstruktion und alle Holzbauteile, die direkten Erdkontakt haben könnten, ist ein konstruktiver Holzschutz unerlässlich. Feuchtigkeit ist der größte Feind des Holzes.
3. Werkzeug: Ohne Präzision kein Ergebnis
Ohne das richtige Werkzeug wird das nichts. Hier die Grundausstattung:
- Kreissäge oder Kapp- und Gehrungssäge: Für präzise, gerade Schnitte.
- Akkuschrauber: Mit ausreichend Drehmoment.
- Holzbohrer-Set: Passend zu den Schrauben.
- Wasserwaage (mind. 60 cm): Für absolute Horizontalität und Vertikalität.
- Winkel: Für 90-Grad-Verbindungen.
- Stecheisen und Holzhammer: Für Verbindungen.
- Schleifmaschine (Exzenterschleifer): Für glatte Oberflächen.
- Messband, Bleistift, Schutzbrille, Handschuhe: Basics.
4. Die Schritt-für-Schritt-Anleitung
Halten Sie sich genau an die Reihenfolge. Sorgfalt ist hier entscheidend.
Schritt 4.1: Fundament und Unterkonstruktion vorbereiten
Die Lounge muss auf einem ebenen, stabilen Untergrund stehen. Ideal ist eine Terrasse. Soll sie auf Rasen stehen, legen Sie Punktfundamente (z.B. Gehwegplatten) unter die tragenden Pfosten. Verhindern Sie direkten Erdkontakt des Holzes. DIN EN 335 beachten!
Schritt 4.2: Rahmenbau – Das Gerüst
Schneiden Sie alle Hölzer exakt nach Ihrer Planung zu. Kontrollieren Sie jeden Schnitt mit dem Winkel. Beginnen Sie mit dem Grundrahmen. Verschrauben Sie die Eckverbindungen mit rostfreien Edelstahlschrauben (mind. A2). Verwenden Sie immer vorbohren, um Rissbildung zu vermeiden. Senken Sie die Schraubenköpfe sauber ein.
Sicherheitshinweis: Tragen Sie beim Sägen immer eine Schutzbrille! Und halten Sie Ihre Hände fern von der Schnittlinie.
Schritt 4.3: Sitzflächen und Rückenlehnen
Bringen Sie die Querstreben für die Sitzfläche an. Der Abstand sollte so gewählt werden, dass die Polster gut aufliegen und das Holz nicht durchhängt. Bei den Rückenlehnen ist der Winkel entscheidend für den Komfort. Fixieren Sie die Leisten mit ausreichend Schrauben. Hier gilt: Lieber eine Schraube mehr als eine zu wenig.
Schritt 4.4: Oberflächenbehandlung
Nachdem die Lounge komplett montiert ist, schleifen Sie alle Oberflächen gründlich. Beginnen Sie mit grobem Schleifpapier (Körnung 80-100), gefolgt von feinerem (Körnung 120-180). Danach tragen Sie einen geeigneten Holzschutz auf. Eine Holzlasur oder ein Öl schützt vor UV-Strahlung und Feuchtigkeit. Eine pigmentierte Lasur bietet besseren Schutz als eine farblose. Wiederholen Sie dies nach Herstellerangaben.
Experten-Tipp: Konstruktiver Holzschutz
Achten Sie darauf, dass alle horizontalen Holzflächen ein leichtes Gefälle haben, damit Regenwasser abfließen kann und sich nicht sammelt. Vermeiden Sie stehende Nässe und direkten Erdkontakt des Holzes durch Abstandshalter oder Sockel. Das verlängert die Lebensdauer Ihrer Gartenlounge erheblich.
5. Materialien und Werkzeuge im Überblick
| Kategorie | Artikel | Hinweise |
|---|---|---|
| Holz | Douglasie / Lärche / Robinie | Für den Außenbereich, Dauerhaftigkeitsklasse 3-4 oder besser |
| Verbindungselemente | Edelstahlschrauben (A2 oder A4) | Rostfrei, passende Länge und Durchmesser |
| Oberflächenschutz | Holzlasur / Holzöl | UV-beständig, wetterfest |
| Werkzeug | Kreissäge, Akkuschrauber, Wasserwaage, Winkel | Qualitätswerkzeug für präzises Arbeiten |
| Sicherheit | Schutzbrille, Handschuhe | Immer tragen! |
Wer diese Anleitung genau befolgt, wird eine Gartenlounge sein Eigen nennen können, die nicht nur gut aussieht, sondern auch den deutschen Wetterbedingungen standhält. Alles andere ist Zeitverschwendung.